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In der Beschränkung zeigt sich erst der Meister

Am 26. Juni 1802 wurde in der kleinen Kurstadt Bad Lauchstätt, dem Modebad der Goethezeit und der Sommerresidenz des Weimarer Hofes, mit der Mozartoper »Titus« das neue Schauspielhaus eröffnet. Voraus ging das von Goethe verfasste Vorspiel »Was wir bringen«. Der 19. Auftritt endet mit einem Sonett, in dem das Verhältnis von Natur und Kunst sowie die Abhängigkeit des Künstlers von dem durch ihn zu gestaltenden »Material« angesprochen wird. Aus dem Schlussterzett fand der zweite Vers schnell als geflügeltes Wort Verbreitung: »Wer Großes will, muss sich zusammenraffen./In der Beschränkung zeigt sich erst der Meister,/Und das Gesetz nur kann uns Freiheit geben.« - Das Zitat kann heute als Ermahnung dienen, sich nicht zu verzetteln und sich auf weniges, aber Wichtiges zu konzentrieren. Es wird aber auch oft ironisch-scherzhaft zur Rechtfertigung von zu geringer eigener Leistung, von mangelndem Ehrgeiz gebraucht. Die verballhornte Form »In der Beschränktheit zeigt sich erst der Meister« drückt boshaften Spott über die Kurzsichtigkeit, Ignoranz oder Fehlleistung eines Vorgesetzten aus. http://universal_lexikon.deacademic.com/253051/In_der_Beschr%C3%A4nkung_zeigt_sich_erst_der_Meister

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